Nit emal Schuh anzuziehe – Nachruf auf Inge Reitz-Sbresny


Anfang Oktober erreichte uns die Nachricht, dass Inge Reitz-Sbresny Ende September verstorben ist.

1927 in der Mainzer Neustadt geboren, blieb die studierte Germanistin zeitlebens eine überzeugte Mainzerin. Meist schrieb sie in der heimatlichen Mundart. Alltagsbeobachtungen, die sich durch skurrilen Witz auszeichnen. Anekdoten, detailgetreu dargeboten, verortet in den Mainzer Gassen und Vorstädten. Mundartliteratur vom Feinsten. Kein Narrhallamarsch durchdröhnt die Zeilen. Es sind fein ziselierte Wortgebilde, nuanciert und pointiert.

Inge Reitz-Sbresny war Gründungsmitglied der „Mainzer Autorengruppe“ und schrieb neben ihrer langjährigen Tätigkeit beim Musikverlag Schott mehr als ein Dutzend Bücher. Bekannt wurde sie auch durch ihre Kolumnen in der „Allgemeinen Zeitung Mainz“. Im Zeitraum von 15 Jahren entstanden so 658 Beiträge – „Määnzer Geschwätz“.

In den letzten Jahren war es still um sie geworden. Alter und Krankheit hatten sich wohl in das Leben und die Schaffensfreude der Autorin geschlichen.

Wir verlieren mit Inge Reitz-Sbresny eine charmante, liebenswerte Autorin. Wer das Glück hatte, sie persönlich kennenzulernen, wird sie in angenehmer Erinnerung behalten haben. Eine „stille Große“.

„Schee, wann Theater grad so vor äm ableeft.
Da braucht mer nit emal Schuh anzuziehe.“ (Inge Reitz-Sbresny)